Ich lebe noch!

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„Megamarsch ist vor allem Kopf- und Fußsache“, hab ich heute früh noch zu meinem Mann gesagt. Die Blasen an den Füßen sind wieder verheilt, der Kopf war die letzten Wochen sonstwo (nicht immer gut, das …) – aber morgen geht’s wieder los! Bremen, ich komme!

Und ich suche jetzt schon nach einer guten Idee, wie ich das gedreht bekomme: Ich find’s so schön, mit anderen Menschen hinzufahren, sich ein Taxi zum Start zu teilen, dann trifft man da Leute, die man „irgendwie schon online kennt“ … aber ich weiß genau, ich will wieder alleine gehen. Mein Ding machen, ohne unsozial, komisch oder egoistisch zu wirken …
Hm, vielleicht hab ich am Ende doch eh keinen Einfluss drauf, was andere von mir denken?

mind wandering

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Aus muttersprachlicher Quelle habe ich heute erfahren, dass mein Blogtitel auch englisch sprachlich tauglich ist. Das trifft sich gut, da mein gedankliches Schreiben oft auch auf Englisch stattfindet. Ich übernehme also keine Garantie für Bilingualität …

… allerdings offensichtlich auch nicht für Kreativität. Turns out, die funktioniert wirklich nicht auf Knopfdruck. Meine zumindest braucht sehr viel Freiraum zum “wandern”. Ich übe mich also in Flexibilität und Vertrauen auf die Qualität von Unregelmäßigkeit. Puh! Nicht so einfach für ein perfektionistisch veranlagtes schwarz-weiß-Denker-Hirn …

Übergangsschmerz und offene Wunden

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Ich hab ein tolles neues englisches Wort gelernt: transition. Kann man wohl grob mit „Übergang“ übersetzen, bezeichnet aber – wenn ich das richtig kapiert habe – gleich eine ganze Phase von Entwicklungen, die zwischen Zustand a und Zustand b stattfinden. Und die hat oft mit Schmerzen zu tun; temporären zwar, aber ein guter Schmerz hält, was er verspricht.

Passt das nicht perfekt zu Ostern? Jesus am Kreuz, blutende Wunden etc. … okay, ich bin null religiös-gläubig (wenn auch sicherlich nachhaltig davon beeinflusst worden), aber wenn die fucking Monster-Blasen am Fuß ausgerechnet am Karfreitag meinen, aufplatzen zu müssen, ist das schon ne fiese Steilvorlage. Und darunter schreit die feine Babyhaut: „Kuck mich an, ich bin ein Neuanfang. Bitte, bitte, überinterpretier mich!“ – sag ich mir, okay, kann sie haben: alter vernarbter Kram weg, verwundbar neues Zeug tut erstmal scheiße weh [ist mein eigener Blog, darf ich ***-frei fluchen, ne?], aber schafft die Möglichkeit für neues Wachstum … Auferstehungsmetapher beendet.

So, aber mal ganz ernsthaft! Irgendwie fand ich das als Kind schon alles faszinierend – Achtung, wir begeben uns nun in tiefst-bildlich vermitteltes, religionsgeschichtliches Kulturgut, wie ich es damals so abbekommen habe – da wird freitags einer ans Kreuz genagelt, alle heulen und drucksen samstags betröppelt und Gemüsesuppe zum trocken Brot schlürfend umeinander herum, um über Nacht zum Sonntag in Freudenfeuer und festliche Gelage auszubrechen. Da kann man schonmal komisch werden, wenn der Ehemann 30 Jahre später noch nicht kapiert hat, dass es ganz bestimmt noch keine Schokoeier heute, an Karsamstag gibt! Hallo?

Möglicherweise bin ich auch leicht masochistisch veranlagt, aber so bisschen Übergangsschmerz macht’s doch eigentlich auch erst spannend, oder? So sehr ich dieses „Ah! keine Ahnung, wohin das hier alles führt, ich weiß doch auch nicht, kann nicht jemand für mich übernehmen, wo ist die Bedienungsanleitung für dieses komische Leben?“-Geschwimme hasse … ich werde nächstes Mal versuchen, es als die junge Babyhaut zu sehen; oder als trockenes Karsamstag-Brot. Ist vielleicht auch überlebbar. Mit Wundcreme oder Butter und Kresse, je nachdem.

Hi, ich bin’s.

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Wird vielleicht Zeit, dass ich mich auch mal ordentlich vorstelle. Also, ich bin Lena und ich laufe am besten mit laufen. Nein, nicht joggen. Eher gehen. Vielleicht zügiges spazieren-…? Du meinst walken? Das Langweilige? Ja, wandern, verdammt! Warum haben die wichtigen Dinge im Leben eigentlich keine gescheite deutsche Übersetzung?

Dafür habe ich mir endlich einen hübschen Denglizismus ausgedacht.

brainwandering [Verb, Verlaufsform*] gedanklich kreativ sein, während der Körper durch das Bewegen bodennaher Extremitäten abgelenkt ist

hätte von mir kommen können


Eigentlich eine Schande, dass ich knapp 34 Jahre gebraucht habe, um diesen leider geilen Zustand für mich zu entdecken. Allerdings musste ich feststellen, dass ab einer gewissen Verfassung (körperlich und/oder geistig) das üblicherweise im Lieferumfang enthaltene menschliche Gehirn nicht mehr ausreicht, um potentielle Erkenntnisse artgerecht zu verarbeiten. Die Lösung wäre vermutlich ein mobiles Zweithirn – oder halt dieses Blog-Experiment.

Also, was passiert hier? Wir werden sehen. Ich schreib ein bisschen, vielleicht kommt wer zum Lesen vorbei, wer Bock hat darf gerne kommentieren …
Meine neueste Eingebung hat gesagt, dass wohl schon ganz gute Sachen passieren, wenn ich erstmal ohne konkretes Ziel loslaufe und im Zweifelsfall unterwegs planungsmäßig nachjustiere. Das widerspricht halt komplett meiner steilen Karriere als Planungsjunkie, deshalb ist die Implementierung in den Alltag noch in der Betaphase. Aber …

Ich geh dann mal los!

*noch so ein Ding, was im Deutschen mehr so suboptimal gelöst ist. Macht aber beim Wortspielen einfach total Sinn.

Motivation

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Ich glaube, ich glaub nicht an extrinsische Motivation. Vielleicht tu ich der aber auch unrecht und müsste mal kurz recherchieren, was das eigentlich bedeutet (keine Zeit, aber klang so schön). Also, noch mal: Ich glaub nicht an von außen mit „Tschakka!“s beballert werden. Im Gegenteil: Übermotiviert-unauthentisches „let’s do this together!“, „seid ihr dabei?“ oder wie sie alle heißen, verursacht mir eher Brechreiz und lässt mein bockiges Kleinkind-Ich komplett angemessen trotzig reagieren.

Denn ich lass mich nicht so leicht kriegen. Aber bestechen! Gern auch mal von mir selbst. Zum Glück sind Hirne nicht so schlau, dass sie da groß unterscheiden würden. Und ich lass mich nicht gern mit Hundeerziehung vergleichen, also nenn ich mein Leckerli nicht Belohnung, sondern Treat. Kleiner Marketingtrick, nennt sich wohl Branding.

Jede Motivation ist eine gute, egal ob sie schief geht.

von Emma aus der MM HH Gruppe


Hauptsache, die Verknüpfung stimmt. Und dann ist es halt doch wie bei den Hunden: Die Aussicht auf Kuchen am Sonntag motiviert nur so semi, wenn ich an diesem verfluchten Mittwoch noch das Newsletter-Layout für Kunden fertig machen muss und stattdessen lieber eigene Blogeinträge schreibe. Aber um das hier wenigstens zu Ende zu bringen, hab ich mir jetzt schon Kaffee mit meinem Lieblingsschokopulver in Aussicht und den Wasserkocher verheißungsvoll angestellt.

Kaffee ist eh ein wichtiges Stichwort. Wir unterhielten uns heute Vormittag in der Megamarsch-Gruppe über ein deutlich spürbares Defizit desselben und wie man da gegensteuern könnte. Ein Vorschlag war dieses konzentrierte Koffeingel, das nicht nur lustige Dinge mit meinem hyperaktiven Hirn veranstaltet, aber halt auch irgendwie nicht der richtige Stoff ist. Sag jetzt nicht, es kommt halt doch aufs Gefühl an! Aber ist doch wahr: So ne Tasse Kaffee MACHT was mit mir, im Idealfall wach, aber ich hab die wilde Vermutung, das klappt auch decaf.

Motivation ist also krass subjektiv und tagesformabhängig, würde ich behaupten. Und wie Deo: Hört auf zu wirken mit der Zeit, besser regelmäßig frisch machen gehen! Weiß garnicht, wo ich die Metaphern immer herkrieg …

Lass uns gern nicht treffen!

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Erstmal ein fettes DANKE an meinen großartigen Support. An erster Stelle natürlich der großartigste Mann der Welt, mein persönlicher zuHause-VP-Manager, heldenhaft 24 Stunden Telefonbereitschaft und ich glaube fest daran, er hätte mich jederzeit überall abgeholt. Zu seiner eigenen Beruhigung hat er wohl schon frühzeitig fest daran geglaubt, dass ich die 100 schaffen würde … und mich lieber mit survived-Survivalpaket und Leihauto im Ziel empfangen.

Was hätte ich allerdings zwischendurch auch ohne Cheerleading to go gemacht? Das internationale Support-Team – Hamburg, Paris, England, Holland bis Las Vegas – war zum Glück nur einen Griff zum Handy entfernt. Zumindest bis am Ende selbst das nicht mehr im Rahmen des Möglichen schein, wenn der natürliche Überlebensmodus sämtliche Energie in den geschundenen Füßen hortet.

Und last but not least YEAH! zur Gruppe meiner heldenhaften „Mitläufer“ [es MUSS dafür ein besseres Wort geben!] auf facebook. Danke für inspirierend-aufgeregte Gespräche im Vorfeld, Danke für Erfahrungen und Austausch, Danke für gemeinsames Wundenlecken hinterher … und SORRY für ignorantes nicht-Verabreden meinerseits – ist wohl besser so. Aber lasst uns gerne beim nächsten Event wieder nicht treffen!