mind wandering

Schreibe einen Kommentar
Allgemein

Aus muttersprachlicher Quelle habe ich heute erfahren, dass mein Blogtitel auch englisch sprachlich tauglich ist. Das trifft sich gut, da mein gedankliches Schreiben oft auch auf Englisch stattfindet. Ich übernehme also keine Garantie für Bilingualität …

… allerdings offensichtlich auch nicht für Kreativität. Turns out, die funktioniert wirklich nicht auf Knopfdruck. Meine zumindest braucht sehr viel Freiraum zum “wandern”. Ich übe mich also in Flexibilität und Vertrauen auf die Qualität von Unregelmäßigkeit. Puh! Nicht so einfach für ein perfektionistisch veranlagtes schwarz-weiß-Denker-Hirn …

Übergangsschmerz und offene Wunden

Schreibe einen Kommentar
Allgemein

Ich hab ein tolles neues englisches Wort gelernt: transition. Kann man wohl grob mit „Übergang“ übersetzen, bezeichnet aber – wenn ich das richtig kapiert habe – gleich eine ganze Phase von Entwicklungen, die zwischen Zustand a und Zustand b stattfinden. Und die hat oft mit Schmerzen zu tun; temporären zwar, aber ein guter Schmerz hält, was er verspricht.

Passt das nicht perfekt zu Ostern? Jesus am Kreuz, blutende Wunden etc. … okay, ich bin null religiös-gläubig (wenn auch sicherlich nachhaltig davon beeinflusst worden), aber wenn die fucking Monster-Blasen am Fuß ausgerechnet am Karfreitag meinen, aufplatzen zu müssen, ist das schon ne fiese Steilvorlage. Und darunter schreit die feine Babyhaut: „Kuck mich an, ich bin ein Neuanfang. Bitte, bitte, überinterpretier mich!“ – sag ich mir, okay, kann sie haben: alter vernarbter Kram weg, verwundbar neues Zeug tut erstmal scheiße weh [ist mein eigener Blog, darf ich ***-frei fluchen, ne?], aber schafft die Möglichkeit für neues Wachstum … Auferstehungsmetapher beendet.

So, aber mal ganz ernsthaft! Irgendwie fand ich das als Kind schon alles faszinierend – Achtung, wir begeben uns nun in tiefst-bildlich vermitteltes, religionsgeschichtliches Kulturgut, wie ich es damals so abbekommen habe – da wird freitags einer ans Kreuz genagelt, alle heulen und drucksen samstags betröppelt und Gemüsesuppe zum trocken Brot schlürfend umeinander herum, um über Nacht zum Sonntag in Freudenfeuer und festliche Gelage auszubrechen. Da kann man schonmal komisch werden, wenn der Ehemann 30 Jahre später noch nicht kapiert hat, dass es ganz bestimmt noch keine Schokoeier heute, an Karsamstag gibt! Hallo?

Möglicherweise bin ich auch leicht masochistisch veranlagt, aber so bisschen Übergangsschmerz macht’s doch eigentlich auch erst spannend, oder? So sehr ich dieses „Ah! keine Ahnung, wohin das hier alles führt, ich weiß doch auch nicht, kann nicht jemand für mich übernehmen, wo ist die Bedienungsanleitung für dieses komische Leben?“-Geschwimme hasse … ich werde nächstes Mal versuchen, es als die junge Babyhaut zu sehen; oder als trockenes Karsamstag-Brot. Ist vielleicht auch überlebbar. Mit Wundcreme oder Butter und Kresse, je nachdem.

Hi, ich bin’s.

Schreibe einen Kommentar
Allgemein

Wird vielleicht Zeit, dass ich mich auch mal ordentlich vorstelle. Also, ich bin Lena und ich laufe am besten mit laufen. Nein, nicht joggen. Eher gehen. Vielleicht zügiges spazieren-…? Du meinst walken? Das Langweilige? Ja, wandern, verdammt! Warum haben die wichtigen Dinge im Leben eigentlich keine gescheite deutsche Übersetzung?

Dafür habe ich mir endlich einen hübschen Denglizismus ausgedacht.

brainwandering [Verb, Verlaufsform*] gedanklich kreativ sein, während der Körper durch das Bewegen bodennaher Extremitäten abgelenkt ist

hätte von mir kommen können


Eigentlich eine Schande, dass ich knapp 34 Jahre gebraucht habe, um diesen leider geilen Zustand für mich zu entdecken. Allerdings musste ich feststellen, dass ab einer gewissen Verfassung (körperlich und/oder geistig) das üblicherweise im Lieferumfang enthaltene menschliche Gehirn nicht mehr ausreicht, um potentielle Erkenntnisse artgerecht zu verarbeiten. Die Lösung wäre vermutlich ein mobiles Zweithirn – oder halt dieses Blog-Experiment.

Also, was passiert hier? Wir werden sehen. Ich schreib ein bisschen, vielleicht kommt wer zum Lesen vorbei, wer Bock hat darf gerne kommentieren …
Meine neueste Eingebung hat gesagt, dass wohl schon ganz gute Sachen passieren, wenn ich erstmal ohne konkretes Ziel loslaufe und im Zweifelsfall unterwegs planungsmäßig nachjustiere. Das widerspricht halt komplett meiner steilen Karriere als Planungsjunkie, deshalb ist die Implementierung in den Alltag noch in der Betaphase. Aber …

Ich geh dann mal los!

*noch so ein Ding, was im Deutschen mehr so suboptimal gelöst ist. Macht aber beim Wortspielen einfach total Sinn.

Motivation

Schreibe einen Kommentar
Allgemein

Ich glaube, ich glaub nicht an extrinsische Motivation. Vielleicht tu ich der aber auch unrecht und müsste mal kurz recherchieren, was das eigentlich bedeutet (keine Zeit, aber klang so schön). Also, noch mal: Ich glaub nicht an von außen mit „Tschakka!“s beballert werden. Im Gegenteil: Übermotiviert-unauthentisches „let’s do this together!“, „seid ihr dabei?“ oder wie sie alle heißen, verursacht mir eher Brechreiz und lässt mein bockiges Kleinkind-Ich komplett angemessen trotzig reagieren.

Denn ich lass mich nicht so leicht kriegen. Aber bestechen! Gern auch mal von mir selbst. Zum Glück sind Hirne nicht so schlau, dass sie da groß unterscheiden würden. Und ich lass mich nicht gern mit Hundeerziehung vergleichen, also nenn ich mein Leckerli nicht Belohnung, sondern Treat. Kleiner Marketingtrick, nennt sich wohl Branding.

Jede Motivation ist eine gute, egal ob sie schief geht.

von Emma aus der MM HH Gruppe


Hauptsache, die Verknüpfung stimmt. Und dann ist es halt doch wie bei den Hunden: Die Aussicht auf Kuchen am Sonntag motiviert nur so semi, wenn ich an diesem verfluchten Mittwoch noch das Newsletter-Layout für Kunden fertig machen muss und stattdessen lieber eigene Blogeinträge schreibe. Aber um das hier wenigstens zu Ende zu bringen, hab ich mir jetzt schon Kaffee mit meinem Lieblingsschokopulver in Aussicht und den Wasserkocher verheißungsvoll angestellt.

Kaffee ist eh ein wichtiges Stichwort. Wir unterhielten uns heute Vormittag in der Megamarsch-Gruppe über ein deutlich spürbares Defizit desselben und wie man da gegensteuern könnte. Ein Vorschlag war dieses konzentrierte Koffeingel, das nicht nur lustige Dinge mit meinem hyperaktiven Hirn veranstaltet, aber halt auch irgendwie nicht der richtige Stoff ist. Sag jetzt nicht, es kommt halt doch aufs Gefühl an! Aber ist doch wahr: So ne Tasse Kaffee MACHT was mit mir, im Idealfall wach, aber ich hab die wilde Vermutung, das klappt auch decaf.

Motivation ist also krass subjektiv und tagesformabhängig, würde ich behaupten. Und wie Deo: Hört auf zu wirken mit der Zeit, besser regelmäßig frisch machen gehen! Weiß garnicht, wo ich die Metaphern immer herkrieg …

Lass uns gern nicht treffen!

Schreibe einen Kommentar
Allgemein

Erstmal ein fettes DANKE an meinen großartigen Support. An erster Stelle natürlich der großartigste Mann der Welt, mein persönlicher zuHause-VP-Manager, heldenhaft 24 Stunden Telefonbereitschaft und ich glaube fest daran, er hätte mich jederzeit überall abgeholt. Zu seiner eigenen Beruhigung hat er wohl schon frühzeitig fest daran geglaubt, dass ich die 100 schaffen würde … und mich lieber mit survived-Survivalpaket und Leihauto im Ziel empfangen.

Was hätte ich allerdings zwischendurch auch ohne Cheerleading to go gemacht? Das internationale Support-Team – Hamburg, Paris, England, Holland bis Las Vegas – war zum Glück nur einen Griff zum Handy entfernt. Zumindest bis am Ende selbst das nicht mehr im Rahmen des Möglichen schein, wenn der natürliche Überlebensmodus sämtliche Energie in den geschundenen Füßen hortet.

Und last but not least YEAH! zur Gruppe meiner heldenhaften „Mitläufer“ [es MUSS dafür ein besseres Wort geben!] auf facebook. Danke für inspirierend-aufgeregte Gespräche im Vorfeld, Danke für Erfahrungen und Austausch, Danke für gemeinsames Wundenlecken hinterher … und SORRY für ignorantes nicht-Verabreden meinerseits – ist wohl besser so. Aber lasst uns gerne beim nächsten Event wieder nicht treffen!

alleine, nicht einsam

Kommentare 1
Allgemein

Ich hab ne steile Karriere als Außenseiter. Wirklich, seit ich denken kann in den Top10 der Mauerblümchen-Charts. Und ich hatte mir ne Menge Reframing vorgenommen für diese 100km-Aktion. Keine Sorge, davon gibt’s später sicher noch mehr zu erzählen, aber für jetzt: Ich bin halt nicht gemacht für Gruppensport.

Das war ja ne nette Idee, sich im Vorfeld mit einer lockeren Gruppe Mitwanderer für gemeinsames 50km-Training zu treffen. War auch ganz lustig am Anfang, halt so bisschen Wandertag für Erwachsene. Original Wandertag-Feeling allerdings für mich: Nach ner halben Stunde, schön alle in Grüppchen ins Gespräch vertieft, außer … Die Reinkarnation traumatischen in-Zweierreihen-Laufens und wer blieb wohl IMMER über beim Teambuilding im Schulsport? richtig.
Aber zurück zum Wandertraining – soll ja gut sein, alle potentiellen Herausforderungen und Gruseligkeiten schonmal geübt zu haben, ne? – also, ich schon im Hinterhertaps-Mode, war mir auch alles nen Ticken zu schnell und außerdem musste ich auf Klo. Unter dem Deckmantel der Selbstfürsorge Deal mit mir selbst gemacht: Wenn du sie nach der Toilette noch einholst, gut. Ansonsten geh halt alleine weiter. Hab ich gemacht. Aufgeben war irgendwie auch nie ne Option. Aber krass, wie ich plötzlich wieder was mitkriege von dem, was z.B. naturmäßig oder im eigenen Hirn abgeht, sobald ich nicht mit den Gedanken nur bei anderen bin. „Finde Deinen eigenen Rhythmus“, klingt schon gleich wieder so esoterisch angehaucht, aber das hat echt was gemacht! Coole Erfahrung, und ich hab an dem Tag auch alleine die 50km gemacht. Inklusive es 10,5 Stunden mit mir selbst ausgehalten – auch interessant!

Für meinen Start der 100 Kilometer bedeutete das allerdings auch: Ich mach das für mich, nicht für das Event.

Was war Deine größte Herausforderung?

Schreibe einen Kommentar
Allgemein

Gute Frage! Und wohlgemerkt, wir sind immer noch beim Thema Megamarsch gestern, auch wenn spätestens hier der Metaphorik-Gehalt rapide ansteigen wird …

Meine größte Herausforderung war und ist/sind: Vertrauen und Abgrenzung. Vertrauen darauf, dass ich mich auf mich und meine Einschätzungen verlassen kann. Dazu eine ordentliche Portion „Ich mach mein Ding. Weil ich’s kann.“ und Abgrenzung … Meine Freunde, die Boundaries – eine echte Hassliebe. 

Da läuft man rebellisch ne halbe Stunde vor seiner offiziellen Startzeit los (Was soll ich jetzt noch albern hinter dem komischen Band hier rumstehen, es zählt doch eh nur die tatsächliche Zeit.), ignoriert mehr oder weniger erfolgreich die Kommentare der Umstehenden (Also, ich könnt das ja nicht. Schon allein für meinen Kopf. Das muss doch alles seine Ordnung haben!) und kaum um die Kurve, öffnet sich das erste Mal das Hirn und fühlt sich frei. Kann gut sein, dass mir das am Ende den Arsch gerettet hat, dass ich die Möglichkeit hatte mir genommen habe, nicht gleich mit einer Abgrenzungsübung im großen Pulk zu starten, sondern mit der reellen Chance, meinen eigenen Rhythmus zu finden. Der ist nämlich noch alles andere als stabil und derart schnell über den Haufen rennbar – wortwörtlich! Was das körperlich und mental mit einem mir machen kann, wenn dann der erste in Wahnsinnsanstrengung an mir vorbeiheizt … schon spannend!