alleine, nicht einsam

Kommentare 1
Allgemein

Ich hab ne steile Karriere als Außenseiter. Wirklich, seit ich denken kann in den Top10 der Mauerblümchen-Charts. Und ich hatte mir ne Menge Reframing vorgenommen für diese 100km-Aktion. Keine Sorge, davon gibt’s später sicher noch mehr zu erzählen, aber für jetzt: Ich bin halt nicht gemacht für Gruppensport.

Das war ja ne nette Idee, sich im Vorfeld mit einer lockeren Gruppe Mitwanderer für gemeinsames 50km-Training zu treffen. War auch ganz lustig am Anfang, halt so bisschen Wandertag für Erwachsene. Original Wandertag-Feeling allerdings für mich: Nach ner halben Stunde, schön alle in Grüppchen ins Gespräch vertieft, außer … Die Reinkarnation traumatischen in-Zweierreihen-Laufens und wer blieb wohl IMMER über beim Teambuilding im Schulsport? richtig.
Aber zurück zum Wandertraining – soll ja gut sein, alle potentiellen Herausforderungen und Gruseligkeiten schonmal geübt zu haben, ne? – also, ich schon im Hinterhertaps-Mode, war mir auch alles nen Ticken zu schnell und außerdem musste ich auf Klo. Unter dem Deckmantel der Selbstfürsorge Deal mit mir selbst gemacht: Wenn du sie nach der Toilette noch einholst, gut. Ansonsten geh halt alleine weiter. Hab ich gemacht. Aufgeben war irgendwie auch nie ne Option. Aber krass, wie ich plötzlich wieder was mitkriege von dem, was z.B. naturmäßig oder im eigenen Hirn abgeht, sobald ich nicht mit den Gedanken nur bei anderen bin. „Finde Deinen eigenen Rhythmus“, klingt schon gleich wieder so esoterisch angehaucht, aber das hat echt was gemacht! Coole Erfahrung, und ich hab an dem Tag auch alleine die 50km gemacht. Inklusive es 10,5 Stunden mit mir selbst ausgehalten – auch interessant!

Für meinen Start der 100 Kilometer bedeutete das allerdings auch: Ich mach das für mich, nicht für das Event.

Was war Deine größte Herausforderung?

Schreibe einen Kommentar
Allgemein

Gute Frage! Und wohlgemerkt, wir sind immer noch beim Thema Megamarsch gestern, auch wenn spätestens hier der Metaphorik-Gehalt rapide ansteigen wird …

Meine größte Herausforderung war und ist/sind: Vertrauen und Abgrenzung. Vertrauen darauf, dass ich mich auf mich und meine Einschätzungen verlassen kann. Dazu eine ordentliche Portion „Ich mach mein Ding. Weil ich’s kann.“ und Abgrenzung … Meine Freunde, die Boundaries – eine echte Hassliebe. 

Da läuft man rebellisch ne halbe Stunde vor seiner offiziellen Startzeit los (Was soll ich jetzt noch albern hinter dem komischen Band hier rumstehen, es zählt doch eh nur die tatsächliche Zeit.), ignoriert mehr oder weniger erfolgreich die Kommentare der Umstehenden (Also, ich könnt das ja nicht. Schon allein für meinen Kopf. Das muss doch alles seine Ordnung haben!) und kaum um die Kurve, öffnet sich das erste Mal das Hirn und fühlt sich frei. Kann gut sein, dass mir das am Ende den Arsch gerettet hat, dass ich die Möglichkeit hatte mir genommen habe, nicht gleich mit einer Abgrenzungsübung im großen Pulk zu starten, sondern mit der reellen Chance, meinen eigenen Rhythmus zu finden. Der ist nämlich noch alles andere als stabil und derart schnell über den Haufen rennbar – wortwörtlich! Was das körperlich und mental mit einem mir machen kann, wenn dann der erste in Wahnsinnsanstrengung an mir vorbeiheizt … schon spannend!

Ich geh dann mal los …

Schreibe einen Kommentar
Allgemein

Gestern habe ich meinen ersten Megamarsch gefinisht. 100km innerhalb von 24 Stunden war das Ziel. Also, ehrlich gesagt, frag ich mich hinterher wessen Ziel? Meines bestimmt nicht, als ich mich letzten Herbst angemeldet habe mit der Überlegung: Wenn ich mit der Startgruppe um 14 Uhr loslaufe, hab ich dann vielleicht noch die Chance auf ein Stündchen in der Nacht zu laufen? Das wär schon was! Wie gut erinnere ich mich noch an vor einem Jahr, nachdem mir Sandra zum ersten Mal von dem Event erzählt hatte, und ich mit einer faszinierten Mischung aus Bewunderung und „Ihr seid doch alle verrückt!“ die Menschen mit ihren Stirnlampen bei uns vor der Haustür vorbeiziehen sah … mit 104,13km in 22:43 Stunden und einer sich immernoch unrealistisch anfühlenden Medaille um den Hals kam ich dann gestern nach Hause.

Wenn man eins über hat bei dieser Aktion, dann ist es Zeit. Und wenn man so gebaut ist wie ich, ist das sehr viel alleine-Zeit zum nachdenken (und es mit sich selbst aushalten). Am Anfang hab ich mir sogar tatsächlich noch Notizen gemacht, weil mir gefühlt alle fünf Minuten ein neuer Gedanke von „Scheiße, das hier ist genau wie im Rest vom Leben!“. Später fließt dann alle Energie nur noch ins Durchhalten, nicht sterben und in die Beine. Entweder brauche ich also in Zukunft eine effektivere Lösung als die Notizbuch-App oder jemand stellt sich als mobiles Zweit-Hirn zur Verfügung.

everything is like everything

shit Belle says


… unter diesem Motto starte ich diesen Blog. Denn das hier [laufen, gehen, wandern, walken – ich stolper immer noch und immer wieder über ein dem Anlass angemessenes, deutsches Wort] hat mit ganz viel „einfach machen!“, Hartnäckigkeit und Sturheit zu tun. Und DAS kann ich.

Mein Ziel? Werden wir sehen! Wenn’s ist wie’s ist, kann ich mir das im Moment eh noch nicht vorstellen. Ich weiß auch noch nicht, wie öffentlich/interaktiv das Ganze hier werden wird. Was natürlich nur begrenzt Sinn macht, hier zu schreiben; falls das jemals jemand lesen sollte.

egal, ich lass das jetzt so.